Montag, 30. Juni 2008

Nur eine kleine handvoll

halbverhungertes Katzenkind haben mein Ritter und ich heute Morgen zu Grabe getragen.



Die Nichten haben vor etwas über einer Woche 4 kleine Katzenbabies bei ihren Großeltern auf dem Heuboden entdeckt. Eigentlich hatten sich die Pfarrhaus-Bewohner ja einen Kater ausgesucht, damit sie dem Nachwuchs-Problem entkommen. Aber scheinbar hat Tiger seine Liebste mitgebracht und im Heu einquartiert.
Am Sonnabend waren zwei der vier Katzenbabies schon tot. Offenbar hat sich die Katzenmama nicht mehr ausreichend um ihre Kleinen gekümmert. Die beiden anderen waren schon fast zu schwach zum schreien.
Im letzten Jahr haben wir selber ein kleines, von der Katzenmama verstossenes Mini-Katerchen mit der Flasche großgezogen. So hatten wir noch die Katzen-Babyflasche. Mangels Babynahrung wurde den kleinen Mini-Miezen erstmal verdünnte Sahne eingeflößt, damit sie überhaupt etwas im Bäuchlein haben.
Scheinbar hatte die Notfütterung Erfolg, denn die beiden schienen am Abend wieder ganz munter zu sein. Und weil man davon ausgehen konnte, das sich die Katzenmama nicht mehr um ihre Babies kümmert, hat Schwiegermama sie in einem Körbchen in der Küche einquartiert.
Am Sonntag nach dem Gottesdienst war auch das dritte Katzenbaby gestorben.
Und weil man der Meinung war, wir hätten mehr Erfahrung mit der Flaschen-Aufzucht kleiner Mini-Miezen, hat mein Ritter den kleinen Wicht mitgebracht.
(Ich selber hab noch mit dicker Erkältung und Fieber auf dem Sofa gedöselt, um dann mittags so halbwegs aufrecht zur Arbeit zu wanken)
Weil unser Flauschelkater sich im letzten Herbst schon so liebevoll um Mini gekümmert hat, hatten wir gehofft, er würde sich auch dieses kleinen Katzenkinds annehmen.
Aber alle Katzen haben nur kurz an dem Kleinen geschnuppert und sind dann weggegangen. Wahrscheinlich haben sie schon den Tod gerochen. Als Mini sich zum Sterben aufgemacht hat, haben die anderen Katzen ihn auch gemieden, obwohl sie vorher noch alle mit ihm gekuschelt hatten.
Das kleine Katerchen hatte gestern beim Atmen schon so rasselnde Geräusche von sich gegeben. Heute Nacht hatte der Kleine auf dem Schaffell neben meinem Bett geschlafen. Um zwei Uhr Nachts hab ich ihm ein bisschen Wasser-Sahne gegeben, er hat aber nur sehr wenig getrunken. Kurz nach vier bin ich durch leises miezen aufgewacht. Da tappelte der Kleine verzweifelt rufend im Schlafzimmer herum. Ich hab dann noch mal das Fläschchen warm gemacht und dem Kleinen etwas versucht einzuflössen, er hat aber wieder nur sehr wenig getrunken. Damit er nicht so allein auf dem Schaf liegt, hab ich ihn mit ins Bett genommen, wo er in meinen Arm gekuschelt geschlafen hat.
Morgens wurde er immer schwächer und hat auch gar nichts mehr getrunken, während das Rasseln in der Lunge immer stärker wurde. Später fing er dann an nach Luft zu schnappen und wurde zusehends schwächer. Gegen 9.00 Uhr ist er in meinen Armen gestorben.
Armer kleiner Wicht. Aber wir denken, das er durch die lange Hungerei schon so geschwächt war, das er keine Überlebenschance hatte.
Nun liegt er neben Mini unter dem Walnussbaum. Ich hab ihm eine Katzenminze auf sein Grab gepflanzt. Die Pfefferminze, die auf Minis Grab wächst, breitet sich auch so langsam aus.


Diesmal hab ich kein Kreuz gebastelt.













Kommentare:

Iris H. hat gesagt…

das ist sehr traurig.

griselda hat gesagt…

Das tut mir so leid für dich und das kleine Fellknäul. Aber es ist schön für das Kätzchen, dass es zumindest zum Schluss noch etwas Fürsorge erfahren hat.
Wenn sich nur mehr Leute sich für eine Sterilisation/Kastration entscheiden könnten!

grüße von griselda