Freitag, 1. Mai 2009

Inferno

Gestern konnte ich nicht schreiben, da ging bei uns die Welt unter.
Als ich Nachmittags die Viecher füttern war, zogen rabenschwarze Wolken am Himmel auf, es fing an zu stürmen, zu donnern und zu blitzen.
Scharenweise panische Katzen stürmten in die Wohnung.
Vorsichtshalber hab ich alle elektrischen Geräte ausgemacht, die Blitzschutzsteckerleisten ausgeknippst oder die Stecker aus der Dose gezogen.
Und dann ging es los um kurz nach 15.00 Uhr.
Heftige Windböen rissen die Plastikhäubchen von meinen Salatpflänzchen und wedelten sie über den Hof.
Immerhin habe ich drei von vier weggeflogenen wieder einfangen können. Allerdings sieht der Salat, der ohne Haube dem Inferno trotzen musste jetzt etwas öhm.. erschlagen aus.
Im wahrsten Sinne erschlagen. Nach anfänglich heftigem Regen prasselten kurz darauf Mirabellengroße Hagelkörner hernieder.

Grad als das Inferno lostobte, kam Sebastian, der Sohn einer guten Freundin mit Traktor und Anhänger, um unseren "Schandfleck" (ein antiker, ca. 3 Meter hoher Kompostriesenhaufen mit dem unverrotteten Wiesenschnitt der letzten Jahre bevor wir uns Kaninchen zulegten. Es sah irgendwie immer aus wie eine afrikanische Strohhütte) wegzuholen.
Ich wollte ihn grad rufen, das er sich bei uns unterstellen kann, da war der Bastl aber schon wieder weg mit seinem Trecker.

Als nach einer knappen Stunde die Welt doch nicht untergegangen war und der Regen nachgelassen hatte, kam Ursula (die Mutter vom Bastl) und wir haben gemeinsam den Riesenhaufen zerlegt und angezündet. Gestern war der letzte offizielle Brenntag. Eigentlich sollte Sebastian das Stroh mit einem Bagger aufladen, leider hatte er aber die Baggerschaufel vergessen. Und da Ursula schon seit Wochen redet, das "das Ding" wegmuss, packte sie der Zorn und ich musste Papier und Streichhölzer holen.
Wenn jetzt die Bewohner des Unterdorfes mit Mistgabeln nach mir werfen, hätte ich sogar Verständnis dafür... Es hat doch ein wenig gequalmt...
Leider bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, die Digicam zu holen. Es war schon ein Bild zum gröhlen: Ursula (mit raspekurzen und quietschrot gefärbten Haaren), die, Heugabelschwingend auf dem großen Haufen tobte, davor das infernalisch qualmende Fegefeuer... *ggg*

Jetzt muss ich die immer noch leicht qualmenden Reste zusammenharken, weil Bastl das Zeug nachher abholen kommt.
Also bis später!
Muss ja noch ein paar Tassen nachreichen. Und bei Frau Wolltrunken gibt es eine Verlosung. Davon wollte ich auch noch berichten.

Kommentare:

Kirstin hat gesagt…

Na, mein lieber Herr Gesangsverein, liebe Martina, da war ja gestern wahrlich ganz schön was los bei dir. Und ich war noch ein wenig angenervt von 12 Stunden Job, Einkaufswahnsinn und Stau auf der Autobahn. Jetzt denke ich mir: Unser Salat iss heile geblieben! Hoffe, der Hagel hat nicht noch größeren Schaden angerichtet und du musstest keine nachbarschaftlichen Mistgabeln abwehren ;o)

Sei ganz lieb gegrüßt und genieße einen sonnigen Feiertag,
Kirstin

Elli hat gesagt…

Hallo,

also die sprichwörtliche Hexennacht wurde bei euch gefeiert ...

Ciao Elli

EMMA hat gesagt…

liebe martina, ich seh euch in meinen gedanken so grad vor mir und muss lachen!!!!
ich habe dieses Wetterchaos gestern genutzt und dein paket geschnürt!!!! ich hoffe, dir gafallen die dinge!!! ich werde es morgen mit zur post nehmen!!!

einen schönen ruhigen feiertag wünscht dir EMMA

gaby hat gesagt…

es macht immer wieder Spass Deine Beiträge zu lesen und dann sehe ich das ich nicht unnormal bin und es anderen genauso geht.....lach!
Und escht schade das Bild mit Mistgabel wäre bestimmt genial gewesen.

lg gaby